Festival
Anstiftung zurUtopie indystopischenZeiten

Die Ausgabe 2026 widmet sich Utopien und Dystopien des 20. und 21. Jahrhunderts. Ausgehend von Klassikern wie George Orwell, Ursula K. Le Guin und Karel Čapek bis hin zu zeitgenössischen Stimmen spannen wir den Bogen zwischen Realität und Fiktion und lassen uns von Literatur zum Entwerfen kühner Visionen der menschlichen Gesellschaft und einer besseren Zukunft ermutigen.
Warum Literaturübersetzung?
Ohne Übersetzung gäbe es keine Weltliteratur. Die meisten Bücher erscheinen in Übersetzung aus anderen Sprachen. Literaturübersetzer:innen machen nicht nur Texte, Ideen und Perspektiven über Sprachgrenzen hinweg zugänglich, sondern prägen dabei entscheidend unsere Wahrnehmung anderer Kulturen. Das Festival rückt ihre Arbeit als eigenständige künstlerische und kulturvermittelnde Praxis in den Fokus — denn gerade in einer Zeit, in der automatisiertes Übersetzen und KI-Tools einfache Lösungen auf Knopfdruck verheißen, ist die Expertise menschlicher Übersetzer:innen notwendiger denn je.
Was ist das Festival?
„Übersetzen & Weltretten“ ist ein Festival der Weltlesebühne e. V., das die Vielfalt der Literaturen in Übersetzung feiert und zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen der Gegenwart anregt. In Gesprächen, Lesungen und Workshops bringt das Festival Übersetzer:innen, Autor:innen, Wissenschaftler:innen und Publikum zusammen, um Literatur als Ort des kulturellen Austauschs und gesellschaftlichen Handelns erlebbar zu machen. Im Zentrum stehen die kreativen, politischen und sozialen Dimensionen des Übersetzens. „Übersetzen & Weltretten“ öffnet Räume für Begegnungen zwischen Sprachen, Literaturen und Erfahrungen und macht die gesellschaftliche Relevanz literarischer Übersetzung sichtbar. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Sprache unsere Wirklichkeit prägt — und wie Literatur sie verändert.
Geschichte des Festivals
Das Festival knüpft an die translationale Berlin an, das Festival für Literaturübersetzung, das von 2021 bis 2023 in Berlin stattfand. Mit „Übersetzen & Weltretten“ entwickelt die Weltlesebühne e. V. das Format inhaltlich und visuell weiter und öffnet es für wechselnde Jahresthemen und neue Formen der Auseinandersetzung mit Sprache, Literatur und Gesellschaft.
Kurator:innen

Hélène Thiérard
Hélène Thiérard (* 1982) lebt als Literaturübersetzerin und -wissenschaftlerin in Berlin.
Sie übersetzt ins Französische (u. a. Raoul Hausmann, Franz Kafka und Günter Brus) und ist Vorstandsmitglied der Weltlesebühne e. V. Nach der Promotion lehrte und forschte sie an der Sorbonne (Paris), am IFK (Wien) und an der Universität des Saarlandes. Sie ist heute an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Zu ihren Forschungsgebieten gehören mehrsprachiges Denken und literarische Übersetzung. Zuletzt erschienen zwei Artikel in TTR.
Aktuelles Buchprojekt: Politics of Language After Universalism, zusammen herausgegeben mit Chris Song.
Foto: Hélène Thiérard/ privat

Henning Bochert
Henning Bochert ist Autor, Literaturübersetzer, Dozent und u. a. Mitglied von Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V. und Weltlesebühne e. V.
Nach dem Schauspielstudium an der Universität der Künste Berlin übersetzt er seit über 30 Jahren, zuletzt Inua Ellams, David Vaughan und Susan Glaspell.
Eigene Texte u. a. in: PS | Politisch schreiben, Macondo, Freie Zeit Art, Die Novelle, produziert u. a. mit dem Anima-Kollektiv, am Theater der Altmark Stendal, Alica Minar & Col.
Foto: Graham Hains

Aurélie Maurin | Gastkuratorin
Aurélie Maurin lebt seit 2000 in Berlin als Kuratorin, Literaturübersetzerin und Herausgeberin.
2001 hat sie die Lyrikreihe VERSschmuggel im Wunderhorn Verlag mitbegründet und bis 2017 herausgegeben. Sie leitet das TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds, für das sie die Reihen Journale, Cities of Translators, Toledo Talks sowie das Lyrikübersetzertreffen JUNIVERS initiierte. 2021 hat sie – mit Anja Utler – die künstlerische Leitung des Lyriktreffens in Münster übernommen. Sie ist auch als Lyrikvertonerin unterwegs.
Zuletzt erschienen: JUNIVERS, Urs Engeler Verlag 2022
Foto: Tobias Bohm
