Programm
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Freitag
11.09.
09:00 – 12:00 Uhr
Blücherplatz 1, 10961 Berlin
ZLB Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Workshop für Schulklassen
Das gute Übel | Übersetzungsworkshop
Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen (11.-13. Klasse)
Mit Marianne Gareis
Im Erzählband Das gute Übel führt uns die preisgekrönte argentinische Autorin Samanta Schweblin das alltägliche Böse im perfiden Guten vor Augen. Keine Zukunftsvision, sondern eine Gegenwartsdystopie, in der das Unheimliche bereits im Alltag steckt.
Nach einer Einführung zum Beruf der Literaturübersetzerin lernen die Schüler die Erzählungen von Samanta Schweblin kennen und übersetzen in Kleingruppen einen Ausschnitt davon selbst vom Spanischen ins Deutsche. So probieren sie sich als Übersetzende aus und entdecken den Spaß in der kreativen Arbeit mit Sprache.
Für Schulklassen (11.-13. Klasse).
Anmeldung geschlossen.

Marianne Gareis
Marianne Gareis wurde in Süddeutschland geboren. Sie studierte Lateinamerikanistik, Anglistik und Ethnologie und lebt heute in Deutschland und Portugal. Seit 1989 übersetzt sie Literatur aus dem Portugiesischen und Spanischen, darunter Autor:innen wie José Saramago, Gonçalo M. Tavares, Joaquim Machado de Assis, Eça de Queirós, Lídia Jorge, Tatiana Salem Levy, Samanta Schweblin und Aroa Moreno Durán. 2014 wurde sie mit dem Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet, 2019 erhielt sie den Hieronymusring des Verbands der Literaturübersetzer:innen.
Foto: privat
Sonntag
13.09.
19:00 – 21:00 Uhr
Veteranenstraße 21, 10119 Berlin
Lettrétage
Gespräch und Lesung
19:00 – 20:15 Uhr
Orwell und die Internettrolle
Orwell trifft digitale Gegenwart: Zwei Übersetzer zeigen, wie alte und neue Dystopien unsere Sicht auf Macht, Sprache und Manipulation prägen – und warum diese Werke heute aktueller sind denn je.
Mit Mirko Kraetsch und Frank Heibert
Dystopien halten unserer Welt den Spiegel vor. Manche schaffen dies sogar mit Humor, wie der slowakische Schriftsteller Michal Hvorečky in Troll (2018). Der Roman, der vor der Gefährdung demokratischer Gesellschaften im digitalen Zeitalter warnt, erinnert stark an Orwells Analyse totalitärer Strukturen in 1984, auch in seiner sprachlichen Wirklichkeitsverdrehung.
Hvorečkys Übersetzer Mirko Kraetsch und Orwells Übersetzer Frank Heibert unterhalten sich über die Aktualität dieser Visionen in der heutigen Fake-News-Industrie und berichten über ihren jeweiligen übersetzerischen Umgang mit neuen und klassischen Dystopien.

Mirko Kraetsch
Mirko Kraetsch, geboren 1971 in Dresden, übersetzt aus dem Tschechischen und Slowakischen quer durch alle literarischen Sparten. Er moderiert Lesungen, hält Vorträge und leitet Workshops. Ehrenamtlich engagiert er sich im Vorstand des VdÜ sowie bei Weltlesebühne e. V. und ist zudem Mitglied im Münchner Übersetzerforum, im österreichischen Forum Literaturübersetzen sowie im slowakischen Verband DoSlov. Ins Deutsche übersetzte er u. a. Michal Tallo, Marek Torčík, Iva Procházková, Markéta Pilátová, Irena Dousková, Michal Hvorecky, Peter Krištúfek, Emil Hakl und Bianca Bellová.
Foto: Andrea Schuh

Frank Heibert
Frank Heibert, 1960 in Essen geboren, lebt als Literatur- und Theaterübersetzer mit seinem Mann Hinrich Schmidt-Henkel in Berlin. Er hat aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Portugiesischen ca. 120 Prosawerke und 120 Theaterstücke übersetzt, u. a. von Don DeLillo, Richard Ford, William Faulkner, George Orwell, George Saunders, Neil LaBute, Tony Kushner, Boris Vian, Raymond Queneau, Marie Darrieussecq, Yasmina Reza, Aldo Busi, Curzio Malaparte, Jorge de Sena. Außerdem ist er als Dozent, Autor (Roman, Essays), Kritiker, Moderator und Jazzsänger tätig. Diverse Übersetzungspreise.
Foto: Christa Holka
Kollektive Lesung
20:30 – 21:00 Uhr
Readings from Utopia
Bunte, vielstimmige Lesung aus euren Lieblings-Utopien und -Dystopien – in Original und Übersetzung!
Moderiert von Hélène Thiérard und Henning Bochert
Eine Lesung der besonderen Art, die aus euren Einsendungen entsteht. In den Wochen vor dem Festival ruft die Weltlesebühne dazu auf, uns eure liebsten Utopien und Dystopien zu schicken – Werke, die euch geprägt, erschüttert oder inspiriert haben. Wir greifen auf eure Vorschläge auf, um die Vielfalt utopischer und dystopischer Imaginationen hörbar zu machen – auch in den Originalsprachen.
Aufruf: Sende uns hier deine Zitate aus deinen liebsten Utopien!

Hélène Thiérard
Hélène Thiérard (* 1982) lebt als Literaturübersetzerin und -wissenschaftlerin in Berlin.
Sie übersetzt ins Französische (u. a. Raoul Hausmann, Franz Kafka und Günter Brus) und ist Vorstandsmitglied der Weltlesebühne e. V. Nach der Promotion lehrte und forschte sie an der Sorbonne (Paris), am IFK (Wien) und an der Universität des Saarlandes. Sie ist heute an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Zu ihren Forschungsgebieten gehören mehrsprachiges Denken und literarische Übersetzung. Zuletzt erschienen zwei Artikel in TTR.
Aktuelles Buchprojekt: Politics of Language After Universalism, zusammen herausgegeben mit Chris Song.
Foto: Hélène Thiérard/ privat

Henning Bochert
Henning Bochert ist Autor, Literaturübersetzer, Dozent und u. a. Mitglied von Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V. und Weltlesebühne e. V.
Nach dem Schauspielstudium an der Universität der Künste Berlin übersetzt er seit über 30 Jahren, zuletzt Inua Ellams, David Vaughan und Susan Glaspell.
Eigene Texte u. a. in: PS | Politisch schreiben, Macondo, Freie Zeit Art, Die Novelle, produziert u. a. mit dem Anima-Kollektiv, am Theater der Altmark Stendal, Alica Minar & Col.
Foto: Graham Hains
Freitag
18.09.
09:00 – 12:00 Uhr
Blücherplatz 1, 10961 Berlin
ZLB Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Workshop für Schulklassen
Das kaputte Kind | Schreib- und Illustrationswerkstatt
Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen (5.-6. Klasse)
Mit Nadine Püschel
Im dystopischen Kinderbuch Ama bu çocuk defolu! von Suzan Geridönmez (selbst Übersetzerin) werden Kinder als braver Nachwuchs im Laden erworben. Auch Sumru soll einen Bruder bekommen – doch das Modell hat einen Makel. Die Kinder verbünden sich zur Rebellion!
In diesem Workshop lernen Grundschüler:innen spielerisch, ggf. unter Einbeziehung der türkischsprachigen Kinder der Klasse, die Anforderungen und Freiheiten des literarischen Übersetzens und das Berufsbild einer Übersetzerin kennen. Sie verfassen eine Nacherzählung einer Szene auf Deutsch, erfinden eigene Dialoge und Figuren und fertigen Collagezeichnungen an. Gemeinsam fragen wir: Was können Eltern von Kindern lernen?
Für Schulklassen (5.-6. Klasse)
Anmeldung erforderlich an jubi@zlb.de

Nadine Püschel
Nadine Püschel studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf. Seit 2008 ist sie als freie Übersetzerin für Literatur und audiovisuelle Medien aus dem Englischen, Französischen und Türkischen tätig und leitet Workshops für Studierende und Schüler:innen. Als Mitglied der Jungen Weltlesebühne liest sie zudem regelmäßig in Berliner Schulen und Bibliotheken aus ihren Kinder- und Jugendbuchübersetzungen.
Foto: Ebba Drolshagen
Freitag
18.09.
10:00 – 22:00 Uhr
Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin
Collegium Hungaricum Berlin
Workshop
10:00 – 13:00 Uhr
Narrative der Zukunft | Übersetzungsworkshop
Mit Lisa Wegener
Weitere Infos folgen in Kürze
Weitere Infos folgen in Kürze

Lisa Wegener
Lisa Wegener, 1982 in Leipzig geboren, übersetzt Literatur und Theater aus dem Englischen, Französischen und Niederländischen ins Deutsche. Als Übertitelerin betreut sie Produktionen an Stadttheatern, in der freien Szene und auf Tournée, zuletzt vor allem das Oeuvre von Rébecca Chaillon. Mit Charlotte Bomy gab sie die Anthologien Afropäerinnen – Theatertexte aus Frankreich und Belgien (2021) und Surf durch undefiniertes Gelände. Internationale queere Dramatik (2022) heraus und arbeitet aktuell an einem Band zu Narrativen für die Zukunft. Sie ist Teil von Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V. und Mitgründerin des Übersetzerinnenkollektivs buerozwei.berlin. Als Seminarleiterin und Gastdozentin vermittelt sie u. a. undogmatisch diskriminierungskritische Ansätze, Übertitelungsskills und berufspraktisches Wissen.
Live-Beratung
14:00 – 20:00 Uhr
schreiben&lebenExTRA | Einzelberatungen
Das Projekt schreiben&lebenExTRA bietet im Rahmen des Festivals kostenlose, 30-minütige Einzelberatungen rund um das Thema Literaturübersetzung und den Übersetzungsberuf an. Die Beratungen eignen sich für Anfänger:innen beim Übersetzen sowie Berufserfahrene.
Mit Charlotte Bomy
Mögliche Themen für die Beratungen: Ich hab ein tolles Buch gefunden, das ich übersetzen will! Und jetzt? Wie komme ich an einen Auftrag? Muss ich studieren, um Übersetzer:in zu werden? Was muss ich als Übersetzerin über Urheberrecht und Vertragsgestaltung wissen? Wie verhandle ich mit Verlagen? Was sollte ich über die KSK und die VG Wort wissen? Welche Vernetzungsmöglichkeiten gibt es für Übersetzer:innen? Wie funktioniert der Literaturbetrieb und das literarische Leben?
Anmeldung ab 01.09. möglich unter: www.literaturszene.berlin/beratungsangebot/termin-buchen/
Ort: Bibliothek im Collegium Hungaricum Berlin

schreiben&lebenExTRA
Das Projekt schreiben&lebenExTRA umfasst eine Reihe von Angeboten, die literarische Freiberufler:innen bei den vielfältigen und komplizierten Aufgaben der Selbständigkeit unterstützen. Dazu zählt ein umfangreiches kostenloses Beratungsangebot, ein Mentoring-Programm und diverse Formate der Vernetzung und Wissensvermittlung, darunter der jährliche Branchentreff Literatur, die Winter School und regelmäßige Webinare.

Charlotte Bomy
Charlotte Bomy arbeitet seit 2012 als freiberufliche Literatur- und Theaterübersetzerin, Herausgeberin und Kuratorin in Berlin. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der internationalen Projektarbeit, der Übersetzungsvermittlung sowie der Kuratierung literarischer Formate. Seit 2018 ist sie regelmäßig als Beraterin tätig und hat unter anderem als transnationale Lotsin für das Performing Arts Programm Berlin gearbeitet. Gemeinsam mit Lisa Wegener gab sie im Neofelis Verlag die Anthologien Afropäerinnen. Theatertexte aus Frankreich und Belgien (2021) und Surf durch undefiniertes Gelände – Internationale queere Dramatik (2022) heraus. Für ihre Arbeit erhielt sie u. a. eine Gastdozentur des Deutschen Übersetzerfonds an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (WS 2022/23) sowie das Stipendium für Übersetzer*innen im Bereich Literatur des Berliner Senats (2025).
Foto: Charlotte Bomy/ privat
Begrüßung
15:45 – 16:15 Uhr
Begrüßung durch die Kurator:innen
Mit Hélène Thiérard, Henning Bochert, Aurélie Maurin und Márta Nagy
Gespräch
16:15 – 17:45 Uhr
Welche Zukunft haben menschliche Sprachen mit KI?
Wie verändert KI unsere Sprachen? Ein Gespräch über menschliches Übersetzen in Zeiten automatisierter Sprachproduktion.
Mit Claudia Hamm, Chantal Wright, Petra Schaper Rinkel und Maike Albath
In Zeiten von KI-Systemen und automatisierter Sprachproduktion gewinnt die Frage nach dem Wert menschlicher Übersetzungsarbeit neue Dringlichkeit. Was geht bei maschineller Übersetzung verloren? Birgt das Versprechen, Sprachbarrieren effizient und kostengünstig zu überwinden, nicht auch langfristige Gefahren? Welche Folgen hat es für die Gesellschaft, wenn wir menschliche Sprachen automatisieren? Anhand vieler konkreter Beispiele beleuchten die Übersetzerinnen und KI-Spezialistinnen Claudia Hamm (Berlin) und Chantal Wright (Zürich) dieses Thema und tauschen sich im Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin und Innovationsforscherin Petra Schaper Rinkel (Graz) aus.

Claudia Hamm
Claudia Hamm, geboren 1969 in Jena, lebt als Literaturübersetzerin, Autorin und Theaterregisseurin in Berlin. Für ihre Übersetzungen aus dem Französischen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschien Emmanuel Carrères Die Parallelwelten des Philip K. Dick (2025). Sie ist Mitgründerin des Festivals translationale berlin und lehrt an verschiedenen Hochschulen. Claudia Hamm initiierte 2023 den Arbeitskreis Literaturübersetzen und KI, der mit den Literaturübersetzerverbänden aus D-A-CH das Manifest für menschliche Sprache veröffentlichte. 2024 gab sie das Akzente-Heft Automatensprache heraus.
Foto: Michael Donath

Chantal Wright
Chantal Wright, geboren 1975 in Manchester (England), ist Literaturübersetzerin und Professorin für Creativity and the Language Industry an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Sie übersetzt aus dem Deutschen und Französischen ins Englische, wurde u. a. mit dem Cliff Becker Book Prize ausgezeichnet und gründete den Warwick Prize for Women in Translation. Wright ist Autorin des wissenschaftlichen Handbuchs Literary Translation (Routledge, 2016) und lehrte an mehreren internationalen Universitäten. Ihre Übersetzungen von Kinderbüchern wurden zweimal für den Marsh Award for Children’s Literature in Translation nominiert. Gerade hat sie mit Simon Pare die Übersetzung des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch Wir haben es nicht gut gemacht (Suhrkamp, 2022) abgeschlossen, der Ende 2026 bei Seagull Books erscheinen soll.
Foto: Foto Christa Stocker/ZHAW

Petra Schaper Rinkel
Petra Schaper Rinkel forscht dazu, wie das Neue in die Welt kommt und unter welchen Bedingungen Zukünfte möglich werden. Als Politikwissenschaftlerin und kritische Zukunftsforscherin untersucht sie das Verhältnis von Politik, Technologie und Zukunft. Am AIT Austrian Institute of Technology leitete sie europäische Foresight-Projekte. An der Universität Graz baute sie als Professorin für Wissenschafts- und Technikforschung und Vizerektorin für Digitalisierung das Interdisziplinäre Digitale Labor (IDea_Lab) auf und war dessen Gründungsdirektorin. Von 2023 bis 2025 war sie Rektorin der Universität für angewandte Kunst Wien. Heute forscht sie an der Universität Graz.
Foto: Uni Graz/Kanizaj

Maike Albath
Maike Albath (* 1966 in Braunschweig) ist eine deutsche Literaturkritikerin, Autorin und Journalistin. Sie studierte Romanistik und Germanistik in Berlin und Italien und promovierte über den Dichter Andrea Zanzotto. Seit 1993 ist sie als Journalistin für Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur tätig und schreibt u. a. für die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. 2002 wurde ihre Arbeit als Literaturkritikerin mit dem Alfred-Kerr-Preis gewürdigt, 2006 erhielt sie die Übersetzerbarke des VdÜ. Sie veröffentlichte mehrere Sachbücher über italienische Literatur und Kultur, u. a. „Der Geist von Turin“ (2010), „Rom, Träume“ (2013), „Trauer und Licht“ (2019) und „Bitteres Blau“ (2024). Sie lebt in Berlin.
Foto: Michela Di Savino
Gespräch
18:00 – 19:15 Uhr
Staying Alive: Mit Orwell in Simbabwe
Erste Übersetzung von Farm der Tiere ins Shona: Welche neue politische Bedeutung gewinnt Orwells Fabel im Transfer – und welches utopische Potenzial steckt in kollektiver Spracharbeit?
In Kooperation mit dem TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds
Mit Petina Gappah und Patricia Klobusiczky
Seit Jahren engagiert sich die international renommierte Schriftstellerin Petina Gappah für die Übertragung von Weltliteratur ins Shona und machte sich selbst mit einem Kollektiv an die erste Übersetzung von Farm der Tiere in eine der wichtigsten Landessprachen Simbabwes. Welche universelle Bedeutung Orwells Fabel hat und welche spezifische(n) Bedeutung(en) sie bei diesem Transfer hinzugewinnt, politisch wie literarisch, ist nur eine von vielen spannenden Fragen, die im Gespräch mit Petina Gappah erörtert werden, selbst eine resolut politische Autorin, die Korruption und Machtmissbrauch mit ansteckendem Witz bekämpft und das utopische Potential kollektiver Spracharbeit zu mobilisieren weiß.

Petina Gappah
Kurzbiografie folgt

Patricia Klobusiczky
Patricia Klobusiczky ist seit gut dreißig Jahren in der Buchbranche tätig, als Lektorin, Übersetzerin, Kuratorin, Moderatorin, Dozentin, Jurorin, Essayistin und seit April 2026 als Geschäftsführerin des Europäischen Übersetzerkollegiums in Straelen. Zu ihren Autorinnen gehören Ann Packer, Petina Gappah, Anne Michaels, Anne Serre, Marie Darrieussecq und Gisèle Pelicot.
Festivalrede
19:45 – 20:45 Uhr
Festivalrede (Titel tba)
Vom utopischen Potenzial literarischen Übersetzens
Mit Annette Hug
Was wäre, wenn Übersetzer:innen tatsächlich die Welt retten könnten, und zwar nicht nur in Science-Fiction-Romanen? Annette Hug reflektiert darüber, ob nicht mehr als ein Funken Realität dahintersteckt. Ausgehend von ihrer eigenen Arbeit als Übersetzerin aus dem Tagalog (Das Meer der Aswang von Allan N. Derain 2025; Die 70er von Lualhati Bautista, 2025) und als Schriftstellerin (Wilhelm Tell in Manila 2016; Tiefenlager 2021) lädt sie zu einer Reise zwischen Sprachen, Kulturen und Zeiten ein. Ein Jahr, nachdem die Philippinen Gastland bei der Frankfurter Buchmesse waren, spricht Annette Hug über Übersetzung als politischen und poetischen Akt: Wie verschieben sich Bedeutungen, wenn Texte Kolonialgeschichte, Machtverhältnisse und Identitäten berühren? Und wie erweitert Literatur die Reichweite dessen, was wir für möglich halten?

Annette Hug
Kurzbiografie folgt
Performance
21:00 – 22:00 Uhr
Poetry Slam #Utopie
Zum Abschluss des Tages bringt ein Poetry Slam frische Energie auf die Bühne.
Weitere Infos folgen in Kürze
Sonntag
20.09.
13:00 – 16:30 Uhr
Blücherplatz 1, 10961 Berlin
AGB Amerika-Gedenkbibliothek | PopUP Saal
Gespräch und Lesung
13:00 – 14:30 Uhr
Kurdistan + 100: Stories from a Future State
In 100 Jahren ein Kurdenstaat? Welche Rolle spielt Sprache im Ringen um Identität, Widerstand und politische Imagination?
Mit Meral Şimşek, Mustafa Gündoğdu und Dawid Yeşîlmen
In Kurdistan + 100: Stories from a Future State (2023) entwerfen 13 kurdische Autor:innen zukünftige Szenarien um die zentrale Frage: „Können die Kurden eines Tages einen eigenen Staat haben?“
Im Gespräch mit Mustafa Gündoğdu, Ko-Herausgeber des Bandes, und der Autorin Meral Şimşek beleuchtet Dawid Yeşîlmen die Entstehung dieses außergewöhnlichen, literarische Zukunftslabors aus Übersetzungen zwischen Türkisch, Kurmandschi, Sorani und Englisch.
Ausschnitte werden in den Originalsprachen gelesen (englische Übersetzung verfügbar).
Veranstaltungssprache: Englisch

Meral Şimşek
Meral Şimşek (* 1980 in Mazıdağı, aus Amed/Diyarbakır) ist eine türkisch-kurdische Schriftstellerin und Dichterin. Sie veröffentlichte mehrere Gedichtbände sowie den autobiografisch geprägten Roman „Nar Lekesi“ (Granatapfelfleck) über die Verfolgung von Kurden in der Türkei der 1990er-Jahre. Wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ und „terroristischer Propaganda“ angeklagt, wurde sie 2022 vom PEN Berlin nach Deutschland ins Exil gebracht. Seit 2020 ist sie Mitglied des Kurdischen PEN, seit 2022 des PEN Berlin. 2022 erhielt sie gemeinsam mit Gerhard Oberschlick den Theodor-Kramer-Preis.

Mustafa Gündoğdu
Mustafa Gündoğdu wurde in Dersim geboren und lebt heute in London. Über 20 Jahre lang arbeitete er als Koordinator für verschiedene Menschenrechts- und Konfliktlösungs-NGOs, wo er u. a. als hausinterner Übersetzer an über 100 Büchern und Artikeln mitwirkte. Seither ist er als freier Lektor und Zweitleser bei kurdischen Übersetzungen tätig, u. a. bei „Sara: My Whole Life Was a Struggle“ von Sakine Cansız. Er übersetzte u. a. die Erzählung „Cleaners of the World“ von Hüseyin Karabey für die mit dem PEN Translates Award 2021 ausgezeichnete Anthologie „Kurdistan +100″. Zudem ist er Gründer und ehemaliger Koordinator des London Kurdish Film Festival und organisierte kurdische Filmfestivals in London, New York, Dublin, Glasgow, Istanbul und Busan.

Dawid Yeşîlmen
Dawid Yeşîlmen wurde 1984 in Mêrdîn geboren. Er absolvierte eine Lehrerausbildung in der Türkei; während er zunächst als Lehrer tätig war, schloss er gleichzeitig sein Masterstudium am Institut für kurdische Sprache und Kultur der Artuklu-Universität Mardin ab. Im Jahr 2016 zog er nach Deutschland und schloss an der Universität Duisburg-Essen seine Doktorarbeit ab, in der er untersuchte, wie der Völkermord von 1915 in kurdischer Belletristik dargestellt wird, die nach 2000 veröffentlicht wurde. Von 2014 bis 2021 arbeitete er als Redakteur für die kurdische Literaturzeitschrift Wêje û Rexne, die in Amed erscheint. Neben dieser Tätigkeit arbeitet er als freiberuflicher Übersetzer und Lektor. Im Jahr 2024 kuratierte er gemeinsam mit Beliban zu Stolberg das Festival für kurdische Exilliteratur Dengê min tê te? im Literaturhaus Berlin. Derzeit ist er als Antidiskriminierungsberater tätig.
Gespräch
15:00 – 16:30 Uhr
Ökotopien zwischen Sci-Fi und Realität
Wieviel Hoffnung steckt in der Dystopie? Ein Gespräch über sprachliche Welterzeugung und die Kraft ökologischer Science-Fiction von Ursula K. Le Guin bis heute.
Mit Karen Nölle und Milena Adam
Klimawandel, Artensterben, nukleare Risiken – die Realität hat viele Motive der Science-Fiction eingeholt. Neue literarische Zukunftsentwürfe sind dringend nötig. Die Übersetzerinnen Karen Nölle (Ursula K. Le Guin) und Milena Adam (Sandra Newman, Céline Minard) sprechen darüber, wie ökologische Imagination in Science-Fiction entsteht und welche Rolle die Sprache dabei spielt. Romane wie Le Guins Die linke Hand der Dunkelheit (2023 neu übersetzt) und Immer nach Hause (2024) zeigen:Ökologische Systeme sind stets auch soziale und politische Ordnungsmodelle – und neue Worte ermöglichen neues Denken. Wie stehen diese Klassiker aus den 1970er- und 1980er-Jahren zum utopischen Gehalt aktueller Ökotopien?
Veranstaltungssprache: Deutsch

Karen Nölle
Karen Nölle (* 1950 in Hamburg) ist eine deutsche Übersetzerin, Lektorin und Autorin. Nach dem Studium der Anglistik, Romanistik, Germanistik und Philosophie in Hamburg, Aachen und Berkeley und acht Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der RWTH Aachen machte sie sich 1984 als freiberufliche Übersetzerin selbstständig. Sie übersetzt vor allem Autorinnen aus dem Englischen, u. a. Ursula K. Le Guin, Alice Munro, Doris Lessing und Annie Dillard. Von 2009 bis 2019 gab sie die edition fünf heraus. 2022/23 hatte sie die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur inne. Sie lebt in der Holsteinischen Schweiz.

Milena Adam
Milena Adam (geboren 1991 in Hamburg) ist Literaturübersetzerin und Dolmetscherin aus dem Französischen und Englischen. Von 2016 bis 2019 arbeitete sie als Lektorin beim Verlag Matthes & Seitz Berlin. Sie übersetzte zwei Romane von Alain Damasio (Die Flüchtigen und Die Horde im Gegenwind), außerdem Werke von Sandra Newman, Céline Minard, Cal Flyn, Shubhangi Swarup, Phillip. B. Williams und Lucie Rico. Auch Ken Keseys monumentales Spätwerk Seemannslied, Vorläufer der Climate Fiction, übertrug sie ins Deutsche.
Foto: Stefanie Kulisch
Mittwoch
23.09.
18:00 – 19:30 Uhr
Potsdamer Str. 37, 10785 Berlin
Ibero-Amerikanisches Institut
Gespräch und Lesung
Ein intergalaktischer Sturm zieht auf
Wie funktioniert Science-Fiction als Labor gesellschaftlicher Entwürfe? Stimmen aus Lateinamerika verbinden spekulative Imagination mit postkolonialer, öko-feministischer Kritik.
Mit Laura Haber, Lars Schmeink und Franziska Muche
Die 15. Ausgabe der Zeitschrift alba.lateinamerika lesen widmet sich Science-Fiction-Literatur und bietet Lyrik-, Prosa- und Theatertexte sowie Essays aus Argentinien, Chile, Mexiko, Kolumbien, Puerto Rico und Brasilien in deutscher Erstübersetzung. Dabei schlägt das Kollektiv eine Brücke zu literarischen Szenen, die im deutschsprachigen Raum nahezu unsichtbar bleiben. Lateinamerikanische Science-Fiction hat sich seit den 1990er Jahren ästhetisch und politisch neu orientiert: Statt sich an westlichen Fortschrittsnarrativen zu messen, möchte sie indigene wie afrodiasporische Wissensformen ins Zentrum rücken und technologische Entwicklungen aus gegenhegemonialen Blickwinkeln verhandeln.

Laura Haber
Laura Haber, geboren 1985 in München, ist Literaturübersetzerin aus dem Spanischen, Französischen und Portugiesischen sowie Redaktionsmitglied der Zeitschrift alba.lateinamerika lesen.
Nach dem Master Literarisches Übersetzen an der LMU München nahm sie am Hieronymus-Programm des Deutschen Übersetzerfonds und dem deutsch-französischen Goldschmidt-Programm teil. Sie übersetzte unter anderem Romane von Osvalde Lewat und Carolina Brown und erhielt 2025 ein Recherchestipendium des Berliner Senats. Außerdem übersetzt sie für verschiedene Festivals und leitet Übersetzungsworkshops für Erwachsene und Jugendliche.
Foto: Santiago Engelhardt

Franziska Muche
Franziska Muche ist Theaterübersetzerin, Herausgeberin, Dramaturgin und Dozentin. Sie studierte Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien in Passau, Übersetzen und Dolmetschen in Granada und Schauspiel in Berlin. Sie übersetzt und übertitelt Stücke spanischsprachiger Autor:innen, zuletzt Paco Gámez und Manuela Infante. Zusammen mit Pilar Sánchez Molina übersetzt sie auch ins Spanische, zuletzt Werke von Maja Zade und Maria Milisavljević. Sie erhielt zahlreiche Stipendien, u.a. ein Exzellenzstipendium des Deutschen Übersetzerfonds. Sie leitet die szenische Lesereihe Ambigú im TuD Berlin.
Foto: Lolo Vasco

Lars Schmeink
Dr. Lars Schmeink ist freiberuflicher Medien- und Kulturwissenschaftler und Gründer der Gesellschaft für Fantastikforschung, deren Vorsitz er 10 Jahre lang innehatte. Er wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert und war als Gastprofessor in Cincinnati und Leeds tätig. Er arbeitet vor allem im Bereich Science Fiction und Zukunftsforschung und ist Experte für Themen an der Schnittstelle aus Technologie, Gesellschaft und Zukunft.
Publikationen (Auswahl): Biopunk Dystopias: Genetic Engineering, Society and Science Fiction (2016), New Perspectives on Contemporary German Science Fiction (Hrsg. zusammen mit Ingo Cornils, 2022)
Foto: privat
Freitag
25.09.
09:00 – 12:00 Uhr
Blücherplatz 1, 10961 Berlin
ZLB Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Workshop für Schulklassen
Die unsichtbare Kunst | Comic-Übersetzer-Workshop
Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen (9.-12. Klasse)
Mit Myriam Alfano
In Comics und Graphic Novels steht die Bildsprache im Vordergrund, aber wie ist das mit dem Text? Wie überträgt man Witze und Schimpfwörter und bringt sie in den kleinen Sprechblasen unter? Wie glückt Jugendsprache in Schriftform? Mit Text und Bild können die Vorgänge beim Übersetzen in kurzer Zeit erfasst und ausprobiert werden.
Das Labor ist eine Einladung zum Übersetzen und Spielen mit der/den eigenen Sprache(n). Fremdsprachenkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
Für Schulklassen (9.-12. Klasse, ab 14 Jahre)
Anmeldung geschlossen.

Myriam Alfano
Myriam Alfano ist Übersetzerin aus dem Italienischen und Spanischen mit einem Faible für gezeichnete Literatur, sie überträgt unter anderem die Werke des italienischen Superstars Zerocalcare ins Deutsche. 2025 wurde sie mit einer Gastdozentur des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet. Roberto Grossis Die große Verdrängung ist in ihrer Übersetzung für den Jugendliteraturpreis 2026 nominiert.
Foto: Markus Püttmann
Freitag
25.09.
14:00 – 21:00 Uhr
Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin
Collegium Hungaricum Berlin
Live-Beratung
14:00 – 20:00 Uhr
schreiben&lebenExTRA | Einzelberatungen
Das Projekt schreiben&lebenExTRA bietet im Rahmen des Festivals kostenlose, 30-minütige Einzelberatungen rund um das Thema Literaturübersetzung und den Übersetzungsberuf an. Die Beratungen eignen sich für Anfänger:innen beim Übersetzen sowie Berufserfahrene.
Mit Andreas Jandl
Mögliche Themen für die Beratungen: Ich hab ein tolles Buch gefunden, das ich übersetzen will! Und jetzt? Wie komme ich an einen Auftrag? Muss ich studieren, um Übersetzer:in zu werden? Was muss ich als Übersetzerin über Urheberrecht und Vertragsgestaltung wissen? Wie verhandle ich mit Verlagen? Was sollte ich über die KSK und die VG Wort wissen? Welche Vernetzungsmöglichkeiten gibt es für Übersetzer:innen? Wie funktioniert der Literaturbetrieb und das literarische Leben?
Anmeldung ab 01.09. möglich unter: www.literaturszene.berlin/beratungsangebot/termin-buchen/
Ort: Bibliothek im Collegium Hungaricum Berlin

schreiben&lebenExTRA
Das Projekt schreiben&lebenExTRA umfasst eine Reihe von Angeboten, die literarische Freiberufler:innen bei den vielfältigen und komplizierten Aufgaben der Selbständigkeit unterstützen. Dazu zählt ein umfangreiches kostenloses Beratungsangebot, ein Mentoring-Programm und diverse Formate der Vernetzung und Wissensvermittlung, darunter der jährliche Branchentreff Literatur, die Winter School und regelmäßige Webinare.

Andreas Jandl
Andreas Jandl ist seit 2000 freiberuflicher Übersetzer von Theatertexten, Essays und Prosa. Neben Übersetzungen hat er auch eigene Texte veröffentlicht, war mehrmals Jurymitglied für Wettbewerbe und Preise und im Rahmen von “Neustart Kultur” zwei Mal Uni-Gastdozent.
Foto: Fondation Jan Michalski, Tonatiuh Ambrosetti
Gespräch
16:00 – 17:15 Uhr
Feministische Zukunftsvisionen
Feministische Dystopien und Anti‑Dystopien stärken Handlungsmut und öffnen Räume für Widerstand. Doch wie viele dieser Visionen finden ihren Weg zu uns in Übersetzung?
Mit Luca Homburg und Isabella Hermann
Weitere Infos folgen in Kürze
Szenische Lesung
17:30 – 18:00 Uhr
Chili Crab, mittelscharf
Dia Hakim, multidisziplinäre:r Künstler:in aus Singapur, befasst sich in diesem dystopischen Kurzstück mit der kulturellen Dimension von Wasser und zeichnet eine Zukunft, die unter die Haut geht.
Weitere Infos folgen in Kürze
Buchpremiere
18:15 – 19:30 Uhr
Staying Alive: Der Krieg mit den Molchen
Molche statt Menschen: Čapeks visionärer Klassiker von 1936 neu übersetzt – eine „beißend komische Parabel über entfesselten Fortschritt, Ausbeutung und den allmählichen Untergang der Menschheit“.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit TOLEDO.
Mit Doris Kouba, Sebastian Guggolz und Katja Lange-Müller
Ein Vorgeschmack auf das Gastland Tschechien – ein Gespräch zwischen Sebastian Guggolz, Katja Lange-Müller und der Übersetzerin Doris Kouba zur Neuübersetzung des tschechischen Klassikers »Der Krieg mit den Molchen« von 1936 (S. Fischer Verlag, 2026). Čapeks »beißend komische Parabel vom Untergang oder eher dem allmählichen Absaufen der Menschheit« (Katja Lange-Müller), unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg verfasst, ist ein visionärer Zukunftsroman über entfesselten Fortschritt und Ausbeutung. Čapek erläuterte: »Ich schrieb von meinen Molchen, weil ich an die Menschen dachte.« .
Doris Kouba wird Einblicke in ihrem Beitrag für die TOLEDO-TALKS-Staying-Alive-Reihe geben, in der sie ihre Beobachtungen bezüglich ihrer Neuübersetzung darlegt.

Doris Kouba
Doris Kouba, als Tochter einer Sudetendeutschen und eines Tschechen 1974 in Darmstadt geboren, arbeitet seit ihrem Studium an der Universität Hamburg (unter anderem Westslawistik beim Lyriker Antonín Brousek) als literarische Übersetzerin aus dem Englischen, Tschechischen und Slowakischen. Sie hat Romane, Erzählungen, Essays, Theaterstücke und Gedichte zahlreicher tschechischer Gegenwartsautoren übertragen und wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Doris Kouba lebt und arbeitet in Hamburg, Prag und Königgrätz (dort Planung eines Literatur- und Übersetzungszentrums), ist Mitglied im VdÜ und hat die doppelte Staatsbürgerschaft.
Foto: Ondřej Lipár

Sebastian Guggolz
Sebastian Guggolz, geboren 1982 am Bodensee, studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Volkskunde in Hamburg. Nach einigen Jahren als Lektor bei Matthes & Seitz Berlin gründete er 2014 den vielfach ausgezeichneten Guggolz Verlag, in dem er Neu- und Wiederentdeckungen vergessener Klassiker aus Nord- und Osteuropa in neuer Übersetzung herausgibt. Seit 2022 ist er zudem im Lektorat des S. Fischer Verlags und vor allem für die Klassiker zuständig. 2025 wurde er zum Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewählt.
Foto: Nils Stelte

Katja Lange-Müller
Kurzbiografie folgt
Buchvorstellung
20:00 – 21:15 Uhr
Krisztina Tóth: Das Auge des Affen
Eine der bedeutendsten literarischen Stimmen Ungarns zu Gast in Berlin: Krisztina Tóth legt die Mechanismen von Macht und Propaganda offen – und zeigt eine politisch zerrissene Gesellschaft.
Mit Krisztina Tóth, Timea Tankó und Stephan Szász
Wie viel Gesellschaftskritik verträgt eine Gesellschaft in Realität und Fiktion? Krisztina Tóths dystopischer Roman Das Auge des Affen (A majom szeme, 2022) steht in Ungarn an der Spitze der Bestsellerlisten, ist aber auf Deutsch noch unveröffentlicht – hallo Verlage! Er spielt in einem fiktiven Land, in dem nach einem Jahre zuvor tobenden Bürgerkrieg die Einheitliche Nationale Regierung gebildet wurde. Die Grenzen sind geschlossen, die Todesstrafe wieder eingeführt, die Armen in abgetrennten Gebieten eingesperrt, und Abhören und Überwachung der Bevölkerung sind alltäglich geworden. Ausschnitte aus Das Auge des Affen werden eigens für das Festival übersetzt und gelesen.

Krisztina Tóth
Krisztina Tóth (geb. 1967 in Budapest) ist eine renommierte ungarische Autorin von 55 Werken, die in 22 Sprachen übersetzt wurden und die Bereiche Lyrik, Belletristik, Drama und Kinderliteratur umfassen. Ihr Roman Aquarium (Akvárium) stand 2015 auf der Shortlist für den Internationalen Literaturpreis. Ihr Schreiben ist bekannt für seine präzise Form, seine Ironie und seinen schwarzen Humor. In Anerkennung ihrer Übersetzungen und ihres Engagements für die Förderung der französischen Literatur in Ungarn wurde ihr kürzlich der prestigeträchtige Orden Chevalier de l’Ordre des Arts et Lettres verliehen.
Trotz politischer Marginalisierung im eigenen Land und Verleumdungskampagnen während der „Orbán-Jahre“ hat sich ihr internationales Ansehen weiter gefestigt. Von der Kritik gefeierte Werke wie der dystopische Bestseller Eye of the Monkey (Das Auge des Affen) festigen ihren Status als wichtige, unabhängige Stimme in der europäischen Literatur.
Foto: Wavrik Gábor

Timea Tankó
Timea Tankó (* 1978 in Leipzig) ist eine ungarisch-deutsche literarische Übersetzerin, die ihre Kindheit in Ungarn und Deutschland verbrachte. Sie studierte Französisch, Spanisch und Kulturwissenschaften in Leipzig und schloss 2004 als Diplom-Übersetzerin ab; von 2001 bis 2010 unterrichtete sie dort Ungarisch. Seit 2003 arbeitet sie freiberuflich als Literaturübersetzerin und Dolmetscherin aus dem Ungarischen und Französischen, u. a. von István Kemény, Antal Szerb und György Dragomán. Für ihre Übersetzung von Miklós Szentkuthys „Apropos Casanova“ erhielt sie 2021 den Preis der Leipziger Buchmesse. 2026 erhielt sie den Internationalen Buchpreis der Leipziger Buchmesse für András Viskys Die Aussiedlung. Sie lebt in Berlin.

Stephan Szász
Stephan Szász (*1966 in Witzenhausen) ist Schauspieler für Theater, Film und Fernsehen. Nach einem Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover spielte er an diversen Bühnen in Deutschland, u. a. am Schauspielhaus Köln, Nationaltheater Mannheim, Theater Bremen, Schaubühne Berlin, Nationaltheater Weimar sowie am Schauspielhaus Zürich. Seit vielen Jahren ist er in zahlreichen Rollen im Film und Fernsehen zu sehen. Szász unterrichtet seit 2014 an der Schauspielschule Charlottenburg, seit 2026 ist er künstlerischer Leiter des Literatur- und Musikfestivals in Ostwestfalen-Lippe Wege durch das Land. Er lebt in Berlin.
Konzert
21:15 – 22:30 Uhr
DJ-Set & Lounge
Den Festivaltag gemeinsam ausklingen lassen: mit entspannter Musik, Zeit für Gespräche und Raum für Begegnungen.
Weitere Infos folgen in Kürze
